Die Öffnung der Mauer in Berlin, Bornholmer Strasse, 1989

Download-Informationen und Videodetails Die Öffnung der Mauer in Berlin, Bornholmer Strasse, 1989
Autor:
TymachosVeröffentlicht am:
8.12.2010Aufrufe:
643.5KBeschreibung:
Videotranskription
Der Ostberliner Grenzübergang Bornholmer Straße.
Nachdem die Meldung über die Gewährung der neuen Reisefreiheit die Runde durch die Nachrichten gemacht hat, rücken die ersten DDR-Bürger an.
Fokus stoppen die Euphorie.
Wir machen Ihnen eine Mitteilung über die Möglichkeit des Ausreisens der unmittelbaren Staatsgrenze zu Berlin-Rest und in die BRD.
Liebe Bürger,
Ich bitte Sie im Interesse der Ordnung und Sicherheit, den Platz im Vorwurf der Grenzübergangsstelle zu verlassen und sich an die zuständigen von mir eben bekanntgegebenen Meldestellen zu wenden.
Es ist nicht möglich, Ihnen hier und jetzt die Ausreise zu gewähren.
Was für eine Massenverarschung ist denn hier?
Dann hätte ich auch zu Hause bleiben können und pennen können.
Wenn wer jetzt gerade hier ist, ehrlich, meine Meinung, totale Verarschung, die sind sich nicht einig.
Jetzt gehen wir nicht aus den DDR-Arbeiten, weil sich alle die Papiere besorgen wollen.
Und wir kommen noch mehr in die Scheiße.
Genau, so sieht es aus.
Doch die Lawine ist losgetreten.
Immer mehr Ostberliner nehmen die Regierungsankündigung wörtlich.
Sie wollen sich nicht mehr abweisen lassen.
Zu viel Unglaubliches ist in den letzten Wochen geschehen.
Endlich frei!
Die Agenturmeldungen hatten Zehntausende mobilisiert.
Es beginnt ein Trabi-Rennen Richtung Mauer.
Doch der Aufbruch in ein unbekanntes Land in derselben Stadt endet im Verkehrsstau.
Der Übergang Bornholmer Straße wird zum Wartezimmer einer historischen Wende.
Entgegen den Ankündigungen bleibt die Grenze geschlossen.
Als der Druck der Massen größer wird, entschließt man sich, ein kleines Ventil zu öffnen.
Wer besonders hartnäckig auf die vermeintliche neue Reisefreiheit drängt, soll durchgelassen werden.
Allerdings dann gleich für immer.
Der begehrte Ausreisestempel wird zur Hälfte auf das Passbild gedrückt, als Kennzeichen beim Versuch der Wiedereinreise.
Die Inhaber solch gezinkter Pässe sollen nicht wieder hereingelassen werden, ins reformierte Paradies der Werktätigen.
Doch dieser letzte Versuch des Betrugs am Bürger wird von den Ereignissen überrollt.
Das Gedränge wird immer dichter, die Abfertigung immer schleppender.
Einige kommen zurück, werden nicht hereingelassen, rechnen Tränen aus, werden doch hereingelassen.
Die Passkontrolleure des MFS versuchen, von ihren Vorgesetzten klare Anweisungen zu erhalten.
Die Telefone laufen heiß, vergeblich.
Niemand weiß, wie er mit der Situation umgehen soll.
Und immer mehr Bürger schieben sich in Richtung Schlagbaum, der die DDR vom Rest der Welt trennt.
Die Abfertigung wird zur Farce.
Die nächtliche Ausreisebürokratie hat nur noch Bremsfunktion.
Die MFS-Offiziere stehen angesichts der nach vorn drängenden Menschenmassen auf verlorenen Posten.
Manche spüren, dass der Staat DDR hier gerade seinen Ungeist aufgibt.
Wozu noch ein Pass?
Die Freiheit braucht keine Papiere.
Doch noch rollt die Geschichte im Schneckentempo.
Ordnung muss sein im Staat der DDR, auch wenn diese Ordnung jeden Sinn verloren hat.
Hier kommen doch alle wieder!
Hier kommt doch kein Auto mehr lang hier!
Ist doch wieder genau der alte Weg!
Die Wartenden werden von Minute zu Minute ungeduldiger.
WIR KOMMEN WIEDER!
WIR KOMMEN WIEDER!
WIR KOMMEN WIEDER!
WIR KOMMEN WIEDER!
WIR KOMMEN WIEDER!
WIR KOMMEN WIEDER!
WIR KOMMEN WIEDER!
WIR KOMMEN WIEDER!
Wir haben alle Ausweise.
Der diensthabende Stasi-Offizier ruft seinen Vorgesetzten an und bittet darum, die Kontrollen einstellen zu dürfen.
Der lehnt ab.
Und dann entscheiden die Grenzer, allesamt MFS-Mitarbeiter, eigenmächtig.
Sie öffnen den Schlagbaum.
Sie öffnen ein Schleusentor.
Ja!
Ja!
Ja!
So zerbrach die am stärksten gesicherte Grenze der Welt am Ende, weil eine Handvoll ihrer Bewacher sie nicht mehr schützen konnte gegen das Volk und nicht mehr schützen wollte.
Zeitenwende.
Es ist der Moment, in dem die DDR zerbricht und nicht nur sie.
Die gesamte Nachkriegsordnung, die Teilung der Welt in Ost und West, in zwei Systeme, ein sozialistisches und ein kapitalistisches, löst sich in dieser Nacht auf.
Es ist jener historische Augenblick, der 44 Jahre nach Kriegsende das wirkliche Ende des Zweiten Weltkriegs markiert.
Kaum einer, der das in dieser Nacht nicht spürt.
Der Fall der Mauer beendet abrupt das sozialistische Experiment DDR, das nur in einer geschlossenen Gesellschaft funktionieren bzw.
nicht funktionieren konnte.
Wenn der Bürger seinem Staat nach eigenem Gutdünken den Rücken kehren kann, hat das System die absolute Macht über ihn verloren.
Doch kaum jemand hat in dieser Herbstnacht des Jahres 1989 Zeit, die wirkliche Tragweite der Ereignisse zu reflektieren.
Zufällige Begegnung am Rande der Geschichte.
Hallo.
Hallo.
Hallo.
Hallo.
Hallo.
Hallo.
Hallo.
Hallo.
Hallo.
Hallo.
Ähnliche Videos: Die Öffnung der Mauer in Berlin

Берлин. 11 января - день, когда революцию решили силой

Создание Германии. Время Оттонов

Германская империя в новом DLC!!!|HOI4: Götterdämmerung|

Негостеприимный Герман

День воинской славы – разгром немцев под Сталинградом

