Ein Tag auf einem deutschen Weingut | Easy German 530

Download-Informationen und Videodetails Ein Tag auf einem deutschen Weingut | Easy German 530
Autor:
Easy GermanVeröffentlicht am:
12.11.2023Aufrufe:
139.4KVideotranskription
Deutschland ist bekannt für seine Biere.
Ihr wisst, die Deutschen trinken gerne Bier und sie machen auch viel Bier.
Bei Wein sieht das anders aus.
Da denkt man eher an Frankreich, Spanien, Italien.
Aber auch Deutsche machen Wein und trinken gerne Wein.
Und um euch das zu zeigen, sind wir heute mal in den Süden von Deutschland gefahren.
Ganz im Süden, fast an der Schweizer Grenze, kommt nämlich Erik her.
Wir sind jetzt in deinem Heimatdorf, Erik.
Ja, freut mich total.
Wir sind in Britzingen, das ist südlich von Freiburg, in Baden-Württemberg.
Und ja, heute probieren wir mal ein bisschen Wein hier.
Wir besuchen jetzt gleich ein echtes Weingut und finden mal heraus, wie wird Wein hergestellt.
Und Janusz wird dann auch nochmal den ein oder anderen Wein probieren.
Ja, als bekannter Feinschmecker nehme ich diese Pflicht auf mich. Los geht's, Leute!
Los geht's!
Wir stehen jetzt hier vor dem Weingut Behringer.
Thomas, du bist einer der Inhaber hier.
Du produzierst Wein und hast uns heute mal eingeladen, damit wir lernen, wie das geht.
Genau.
Herzlich willkommen.
Schön, dass ihr da seid.
Weite Wege auf euch genommen.
Wir sind hier ganz im Süden in Deutschland, zwischen Freiburg und Basel.
Das Markgräferland, so nennt sich die Region, ist eine sehr warme Gegend.
Und wir haben heute auch noch warme Temperaturen.
Man sieht ja im T-Shirt Mitte Oktober.
Also in manchen Regionen fällt schon Schnee oder die haben die Wärmflasche rausgeholt.
Und wir ernten noch Trauben.
Wir stehen jetzt hier schon vor einer Box Weintrauben.
Ich trinke gerne Wein, aber habe gar keine Ahnung, wie Wein hergestellt wird.
Erzähl uns doch mal so den groben Ablauf eigentlich.
Wie läuft das?
Also wir ernten in solche großen Behälter.
Mit denen können wir durch die Rippe,
Gassen fahren mit Traktoren und die Erntehelfer herpsten, wie wir das nennen, diese Trauben dann in Eimer.
Die Eimer schütten wir hier rein.
Passiert das mit der Hand?
Das wird mit der Schere abgeschnitten in dem Fall.
Man sieht dann die ganzen Trauben wie im Supermarkt, aber unsere Trauben sind kleiner, süßer und aromatischer.
Du darfst sie auch gerne probieren.
Ja, natürlich.
Wir dürfen die Trauben nicht waschen.
Die kommen so, wie sie in der Natur vorkommen, bei uns in die Verarbeitung.
Weil wenn wir sie jetzt in Wasser legen würden oder abwaschen, verlieren wir einfach Aroma.
Plus wir hätten einen Wassereintrag und Wein wird zu 100% aus Saft von diesen Beeren hergestellt.
Janusz, Erik, ihr beiden seid schon fleißig am Mampfen.
Wie schmeckt das denn?
Sie sind überraschend süß und lecker.
Ich dachte, so kleine Weintrauben, die werden säuerlich und nicht lecker.
Aber die schmecken total gut.
Gut, dann wollen wir mal den nächsten Schritt angucken.
Genau.
Jetzt müssen wir diese Box, bevor wir sie verarbeiten, wiegen.
Warum wiegt man Weintrauben?
Das ist auch für mich total neu, denn tatsächlich berechnen sich die Steuern, die Thomas für seinen Wein zahlen muss, anhand der Menge der geernteten Trauben.
Je mehr Trauben Thomas erntet, desto mehr Steuern muss er auch zahlen.
Und damit Thomas weiß, wie viel Steuern er genau zahlen muss, werden alle Weintrauben noch vor der Verarbeitung gewogen.
Dazu stellt er jetzt unsere Kiste auf eine große Waage.
Das ist die Waage da unten.
Genau, so.
Jetzt wiegen wir die Trauben.
Ja, wenn ich mich jetzt dazu stelle, ist nicht so gut.
Dann musst du mehr Steuern zahlen.
Dann stimmt das Gewicht nicht, ne?
306 Kilo hat die Box und diese 306 Kilo werden jetzt verarbeitet.
Thomas, wir haben hier 306 Kilo Weintrauben.
Wie viel Wein kommt denn jetzt dabei raus?
Also wir können etwa 70 Prozent davon auspressen, von dem Gewicht.
Aber wir schätzen mal, dass es so am Schluss um die 210 Liter Saft etwa gibt.
Und bis wir dann noch ein bisschen filtriert haben, rund 200 Liter Wein.
200 Liter Wein in dieser Kiste?
Ja.
Das reicht für ein Jahr für einen Haushalt.
Und dann hat man sehr viel Spaß und Freude.
Weiter geht's mit der Weinverarbeitung.
Als nächstes werden die Trauben in eine Maschine gekippt.
In dieser Maschine werden die Trauben zunächst vom Stiel getrennt.
Wir können jetzt sehen, dass eine Schnecke die Trauben wegbewegt.
Und wir schauen gleich mal in die Abermaschine rein.
Da dreht sich dann ein Korb und eine Stachelwalze, nennen wir das Ganze, und die entfernt dann einfach die Bärchen von den Stielen.
So, jetzt sind die Trauben durch die Abermaschine durchgelaufen.
Jetzt haben wir ein bisschen Saft hier weggenommen.
Man sieht den Traubensaft.
Jetzt messen wir hier den Zuckergehalt und die Winzer nennen das Ganze Oechsle.
Oechsle ist der Zuckergehalt in den Trauben.
Genau.
Und der ist dann auch wichtig später für den Alkoholgehalt, habe ich schon von dir gelernt.
Genau, was dann herauskommt.
Und jetzt schauen wir mal nach.
Wie misst man den denn?
Da gibt es Messgeräte, die nennen wir Refraktometer.
Ein irrer Begriff.
Die messen die Dichte oder mittels Dichte den Zuckergehalt mit Lichtbrechung.
Und da schauen wir jetzt mal raus, was für eine Zahl da angezeigt wird.
Alles klar.
Dann kommt mal mit.
So, hier haben wir unseren Refraktometer.
Ich gieße jetzt einen kleinen Tropfen Saft auf die Linse.
Ich drücke mal auf Read.
Und wir haben 103 Oechsle.
Was sagt die uns?
Das gibt etwa 14 Volumenprozent im Weißwein.
Da kommt dann richtig Freude auf.
Also 14 Prozent Alkohol?
Genau.
Und fast zu stark.
Das heißt, wir können hier im Prinzip sehr süße Weine ausbauen.
Und für alle, die dann etwas Süße im Wein mögen, ist das natürlich wunderbar.
Thomas, wir haben jetzt gesehen, wie die Trauben gewogen werden und wie die Trauben getrennt werden vom Stiel.
Was passiert jetzt?
Jetzt sind wir hier in der Kälterhalle, wie die Winter das nennen.
Also das Presshaus auch.
Hier kommt die Maische, Bärenschalen, Saft und Kerne per Schlauch an.
Wenn die Presse dann komplett voll ist,
Dann schalten wir die Pressen an.
Wir sehen auch schon, dass ein bisschen Saft davonläuft.
Das ist eine kleine Presse, eine moderne Tankpresse.
Und hier drüben, hinter dir, drehe dich mal um, sehen wir die große.
Und wenn wir unten reinschauen, dann können wir schon ganz viel Saft sehen, der da wegläuft.
Das kann man jetzt aber noch nicht trinken, was da rauskommt.
Könnte man trinken.
Dann holen wir mal eine Probe direkt von der Presse.
Das ist jetzt der frisch gepresste Traubensaft.
Ich bin mal gespannt, ob der schmeckt.
Der ist ein bisschen trübe, ne?
Sieht aus wie naturtrüber Apfelsaft, aber wir haben ja Traubensaft hier.
Schmeckt zuckersüß.
Die Kinder, die freuen sich.
Super lecker.
Thomas, nach dem Pressen ist der Saft noch sehr trüb.
Jetzt wird er gefiltert und jetzt stehen wir hier vor so einem Filter, damit der Saft klarer wird.
Genau.
Neben uns, links, wäre ein Filter.
Ich habe hier schon eine Partie im Tank, die gefiltert ist oder wurde.
Da lasse ich jetzt mal ein Gläschen raus, dann können wir gleich den Unterschied sehen.
Alles klar.
So einfach geht das.
Du gehst einfach in den Tank und holst dir einen Schluck Saft raus.
Genau, dein Saft etwas trüber, meiner etwas heller.
Und diesen Saft, den vergären wir jetzt zu Wein.
Und wenn wir viele Trubstoffe drin haben, dann kann da auch mal komische Gerüche entstehen.
Deshalb filtrieren wir den Wein, damit er so klar wie möglich bleibt.
Und wir haben ein zartes, feines Aroma.
Aroma hatte der Wein tatsächlich, der hat wirklich gut geschmeckt.
Und übrigens, wenn ihr gerade auch dieses Video guckt und denkt, wow, da sind wirklich viele neue Wörter, an die möchte ich mich gerne später erinnern, dann habe ich einen super Tipp für euch und das ist unsere Partner-App Seedling.
In Seedlang kann man ganz viel machen.
Man kann Geschichten sich anschauen, Grammatik lernen.
Aber eines der bedeutendsten Tools ist eigentlich diese Methode der Spaced Repetition.
Das sind die Reviews bei Seedlang.
Man kann dort neue Vokabeln hinzufügen und dann kann man die in regelmäßigen Abständen wiederholen, so lange, bis man sich die gemerkt hat.
Ich benutze das auch sehr gerne zum Sprachenlernen.
Und wenn ihr ein Mitglied seid von Easy German, dann könnt ihr das sogar kombinieren.
Ihr kriegt dann unsere Vokabellisten von jedem neuen Video, könnt auf das Wort draufklicken, es zu euren Reviews hinzufügen und später in Seedling wiederholen.
Probiert das unbedingt mal aus, seedling.com oder ihr könnt auch einfach die App direkt im Google Play Store oder im App Store von Apple herunterladen.
Und jetzt zurück zum Video.
Also, wir sind hier in einem unserer Tanklager, wo auch Weine vergoren werden.
Wir haben Edelstahltanks für die gesamten Weißweine und Roséweine.
Wir sind aktuell gerade an einem Abstich.
Abstich bedeutet bei den Winzern, wir trennen den Jungwein, was so ein bisschen hier drin so milchig aussieht, von der Hefe.
Und die Hefe hat eine dunklere Farbe, fast schon ein bisschen lehmartig.
Ja.
Die weißen Bläschen, die da entstehen, das ist noch Kohlensäure von der Gärung.
Der Wein kann noch ganz leicht im Prozess sein, aber er ist schon trocken.
Das heißt, er hat keine Süße mehr vom Traubensaft, sondern der Zucker wurde komplett umgewandelt in Alkohol.
Und als Nebenprodukt haben wir ein bisschen Kohlensäure natürlich.
Und das können wir hier noch sehen.
So, jetzt sind wir gleich soweit.
Da ist kein Saft mehr da.
sondern nur noch die Hefe.
Also es gibt Weingüter, die beschallen den Wein.
Akustik, das soll die Reifung fördern.
Wir schauen mal, wie das sich jetzt verhält.
Das ist interessant.
Aber wahrscheinlich lassen sie klassische Musik laufen oder so.
Wobei, manche haben auch Rockmusik im Keller.
Als nächstes führt Thomas uns in den Weinkeller.
Hier lernen wir, wie der Wein vom Jungwein zum Altwein wird.
Im Keller wird der Wein in großen Tanks weiter geklärt und gefiltert.
Und wir dürfen tatsächlich an den verschiedenen Stationen einmal probieren.
Während unsere ersten Proben noch sehr süß geschmeckt haben, schmecken unsere Proben im Keller immer weniger nach Saft und immer mehr nach Wein.
Janusz, komm mal her, jetzt du.
Okay, hier der Experte, der Connoisseur.
Ah, länger direkt.
Direkt einen großen Schluck.
Da sieht man die Kohlenschale auch noch ein bisschen, aber der wird sich irgendwann klären.
Der ist jetzt trocken.
Das heißt, trocken sagen wir, wenn keine Süße mehr vorhanden ist.
Probier mal.
Mehr Alkohol.
Mehr Alkohol hat er auch.
Aber noch sehr bitter.
Was ist das jetzt?
Das ist ein Muscatella aus dem Jahr 2023.
Ganz frischer Jahrgang.
Man sieht, er ist auch schon geklärt.
Hat fast die Farbe, die wir in der Flasche haben möchten.
Aber noch kein abgefüllter Wein.
Nee, ist noch nicht abgefüllt.
Und der wird auch noch mal filtriert, damit die letzten Trubstoffe da draußen sind.
Aber das Aroma ist schon sehr, sehr stark.
Da kommt jetzt Rotwein aus dem Fass raus.
Schon eine leichte Aromatik.
Einfach von diesen Tanninen, von den Früchten gereift.
Das riecht nach etwas, was ich nicht so gerne mag.
Erik, was sagst du?
Kann man trinken?
Ja, ich denke schon.
Janusz kommt direkt angeschlichen, wenn er es isst.
Kleine Schlücke, Janusz, kleine Schlücke.
Ja, schmeckt nach Weihnachten tatsächlich.
Zeig mal in die Kamera.
Janusz sagt, der Wein schmeckt nach Weihnachten.
Ja, weil es erinnert ein bisschen an den Glühwein.
Stimmt.
Du bist ja nicht jedes Glas auf.
Bin ich auch nicht, weil gleich wird es zu lustig für mich. Da wird was Gutes draus, schmeckt man.
Musik
Zum Abschluss bringt Thomas uns dann noch an den Ort, an dem der Wein angebaut wird.
Solche Weinberge kennt ihr vielleicht aus Frankreich oder Spanien, aber auch im Westen und im Süden Deutschlands wird viel Wein angebaut.
Einmal im Jahr wird der Wein dann geerntet und wir sind Mitte Oktober genau passend zur Erntezeit gekommen.
So Thomas, jetzt sind wir nochmal raufgegangen auf den Weinwerk und sehen hier tatsächlich noch einige Weintrauben.
Wie werden die denn jetzt hier geerntet?
Ja, die Weintrauben hier, das sind Spätburgunder, also auch sehr hochreif.
Wir sehen blaue Trauben.
Wir haben vorhin grüne Trauben gesehen.
Aus den grünen machen wir Weißwein, von den blauen Rotwein.
Und geerntet werden die morgen mit einem Vollernter, einer Maschine.
Die fährt durch die Rebgasse durch.
über der Zeile und dann fängt die an, die Gasse in Schwingung zu bringen.
Das heißt, das Träubchen schwingt ein bisschen mit und die reifen Bärchen fallen dann ab, werden aufgesammelt in einem Band und das Stielgerücht ist schon weg.
Und wir haben nur die Bärchen dann in unseren Boxen und können die verarbeiten.
Die werden quasi abgeschüttelt.
Genau.
Das geht etwas schneller.
Sie bringen ja übermorgen schon Regen.
Das heißt, morgen müssen wir schnell ernten.
Würden wir das Ganze jetzt von Hand machen, dann bräuchte unsere Lesemannschaft circa zwei Tage für dieses Rebstück.
Das reicht nicht.
Also müssen wir maschinelle Unterstützung holen.
Erik, du kommst ja hier aus dem Dorf.
Warst du denn früher als Jugendlicher auch in der Weinernte beschäftigt?
Ja, das habe ich doch schon relativ oft gemacht.
Ehrenamtlich meistens.
Aber das hat immer Spaß gemacht.
Man hat dann immer mittags was Schönes zum Festspannen bekommen, also zum Essen.
Und das war immer ein schönes Event, eine schöne Sache, die man da gemacht hat.
Einfach im Weinberg draußen und Traum ernten, ja.
Zum Abschluss dieses wunderschönen Tages wollen wir natürlich noch ein Gläschen probieren.
Thomas, du hast uns gesagt, diese Trauben dürfen wir jetzt mal im fertigen Wein probieren.
Genau.
Du hast eine gute Edeltraube in der Hand.
Ich habe die veredelte Version hier in der Flasche.
Und jetzt schenke ich jedem mal ein Schlückchen ein.
Ein Wein mit ganz feinem Aroma und wenig Säure.
Eine ganz leichte Süße ist da drin.
Der schmeckt mir aber gut.
Der animiert jetzt viel besser.
Der schmeckt fast wie Prosecco.
Lecker, sehr lecker.
Janusz wird heute noch zum Weinfan, Thomas.
In einer Weinregion muss man natürlich auch mal Weine genießen.
Da kann man nicht nur dem Bier verfallen sein.
Nein, auf jeden Fall.
Ich lerne gerne dazu, glaub mir.
Und so siehst du auch gar nicht aus.
Thomas, wir bedanken uns bei dir.
Wenn man jetzt auch mal gerne deinen Wein probieren möchte, wo muss man sich dann melden?
Ja, am besten immer direkt bei unserem Weingut.
Kontakt über die Webseite, Telefon, E-Mail.
Telefon ist natürlich am persönlichen.
Das möge mir am liebsten, weil Wein ist so beratungsintensiv und man muss viel probieren.
Wenn man vorbeikommt, kann man natürlich den Genuss im Glase erleben, so wie die zwei neben uns.
Das macht am meisten Spaß.
Ja, dann würde ich sagen, das ist eine Einladung.
Kommt ihr doch mal vorbei.
Britzingen im Süden von Freiburg könnt ihr Eriks Heimatdorf kennenlernen und Thomas treffen und seinen Wein kaufen.
Dankeschön, Thomas, für deine Zeit und danke an euch fürs Zusehen.
Ciao!
Ähnliche Videos: Ein Tag auf einem deutschen Weingut

8 Dinge, die nur in Deutschland passieren | Easy German 522

Dialog auf langsamem Deutsch: Über Geschenke sprechen | Super Easy German 297

Beim Bäcker auf langsamem Deutsch | Super Easy German 271

85 Alltagssätze mit dem Verb "dürfen" | Easy German 632

60 deutsche Wörter für den Hausputz | Super Easy German 217

