Ostpreußische Vertellkes: Mannchen, ham wir jelacht! (Manfred aus Eylau & Eduard aus Insterburg)

Ostpreußische Vertellkes: Mannchen, ham wir jelacht! (Manfred aus Eylau & Eduard aus Insterburg)34:52

Download-Informationen und Videodetails Ostpreußische Vertellkes: Mannchen, ham wir jelacht! (Manfred aus Eylau & Eduard aus Insterburg)

Autor:

Neupis Hörspiel-Plattenkiste

Veröffentlicht am:

8.8.2025

Aufrufe:

729

Beschreibung:

LP: Mannchen, ham wir jelacht! - Anekdoten, Lieder und Dialekt aus dem alten Ostpreußen - vorgetragen von Manfred aus Preußisch-Eylau & Eduard aus Insterburg Diese LP versammelt liebevoll erzählte Anekdoten und kleine Geschichten – sogenannte „Vertellkes“ – aus der ostpreußischen Heimat, wie sie vielen Menschen bis zur Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg vertraut war. Humorvoll, augenzwinkernd und oft in kräftigem Dialekt berichten Manfred und Eduard, zwei Heimatvertriebene aus dem ehemaligen Preußisch-Eylau und Insterburg, von Alltagsszenen, Dorforiginalen und typischen ostpreußischen Eigenheiten. Zu hören sind: 00:00 Masuren-Lied (Frisch flutet der See) 03:22 Ostpreußische Vertellkes (=Geschichtchen) vom Bauer Grigoleit u.a. 16:51 Ännchen von Tharau (Original-Preußisch-Platt) 20:56 Ostpreußische Vertellkes (Fortsetzung) Die Mischung aus Musik, Dialekt und Humor ergibt ein liebevolles, akustisches Porträt einer längst vergangenen Welt. Hintergrund: Ostpreußen, Vertreibung & Erinnerungskultur Die LP entstand im Kontext einer breiten Kulturpflege, wie sie seit 1945 von Heimatvertriebenen aus Ostpreußen und anderen ehemals deutschen Ostgebieten betrieben wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten bis zu 12 Millionen Deutsche aus Gebieten wie Ostpreußen, Schlesien oder Pommern fliehen oder wurden vertrieben. Viele versuchten im Westen, ihre kulturelle Identität zu bewahren – durch Lieder, Dialektpflege, Erzählungen und Treffen. Die Erinnerung an Ostpreußen war dabei stets ambivalent: auf der einen Seite geprägt von Verlust, Trauma und Sehnsucht, auf der anderen Seite von stolzer Traditionspflege. Die Dialekte, das ostpreußische Platt, regionale Bräuche und typische „Vertellkes“ dienten dabei als Ausdruck eines kulturellen Erbes, das nicht in Vergessenheit geraten sollte. Politischer Kontext – und heutige Einordnung Viele der Vertriebenenverbände vertraten in der Nachkriegszeit konservative bis revisionistische Positionen, insbesondere in den 1950er bis 1980er Jahren. Sie lehnten die Ostpolitik Willy Brandts ab, setzten sich gegen eine Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze ein und sprachen teils noch von „Gebieten unter polnischer oder sowjetischer Verwaltung“. Diese Haltung war selbst innerhalb der CDU/CSU nicht unumstritten und führte zu Spannungen in der deutschen Nachkriegspolitik. Doch heute – über 80 Jahre nach dem Krieg und Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung – hat sich das gesellschaftliche Bild gewandelt: Niemand erhebt ernsthaft mehr territoriale Ansprüche auf Ostpreußen. Die Nachfahren der Vertriebenen, die selbst nie dort gelebt haben, sehen die frühere Heimat vielfach als Teil ihrer familiären Geschichte, nicht aber als politisches Anliegen. In dieser veränderten Haltung spiegelt sich ein historisch gereiftes Verhältnis zur Vergangenheit: Erinnerung ja – Besitzanspruch nein. Ein Stück verlorene Heimat – humorvoll bewahrt Die LP „Mannchen, ham wir jelacht!“ ist heute ein Zeitdokument – humorvoll, bodenständig, oft berührend. Sie erinnert an eine Region, die geografisch verloren, aber kulturell nicht vergessen ist. Für viele Hörerinnen und Hörer, insbesondere der älteren Generation, ist sie ein Echo aus der Kindheit. Für Jüngere ein Stück historischer Alltagskultur. Und für alle: ein Beweis, wie Witz, Sprache und Musik helfen können, Geschichte lebendig zu halten – ohne sie zu verklären.